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  3. Interview mit Stadträtin Arch. Angelika Margesin
Lesezeit: 4 min

Interview mit Stadträtin Arch. Angelika Margesin

Im Winter 2010 von Helmuth Tschigg

Dieser Artikel erschien vor 16 Jahren im Meraner Stadtanzeiger und ist unter Umständen nicht mehr ganz aktuell

Fr. Stadträtin, im Jahr 2005 sind Sie als politischer Neuling, sozusagen als „unbeschriebenes Blatt“ direkt in den Stadtrat gewählt worden, was durchaus unüblich ist. Nun, nach Ihrer ersten Legislatur stellen Sie sich wieder der Gemeinderatswahl. Warum?
In den vergangenen Jahren habe ich Vieles umsetzen können, was die vorangegangene Verwaltung beschlossen hatte. Zahlreiche neue Projekte habe ich gemeinsam mit der amtierenden Verwaltung umgesetzt und für viele habe ich mit die Weichen gestellt. Man möchte meinen, 5 Jahre seien eine lange Zeit, aber politisch und verwaltungsmäßig ist es eine kurze und deshalb möchte ich auch weiterhin die auf den Weg gebrachten Projekte begleiten und abschließen, sowie Neues für Meran in Angriff nehmen.

Was sind für Sie die persönlichen Gründe, in der Politik mitzuarbeiten?
Für mich sind das aktive Mitgestalten und Umsetzen von Projekten, sowie das Übernehmen von Verantwortung für die Gemeinschaft ein wesentlicher Grund meiner politischen Tätigkeit und meines Engagements in Vereinen. Nur kritisieren und selbst nicht gewillt sein, aktiv einen persönlichen Beitrag in der Gesellschaft zu leisten – diese Haltung schätze ich nicht. Daher habe ich für mich persönlich die Entscheidung getroffen, politisch aktiv zu werden.

Sie sind Stadträtin für öffentliche Arbeiten, Urbanistik und Verkehr. Ist Ihnen ihre fachliche Kompetenz, die langjährige Berufserfahrung als Architektin und Baukommissionsmitglied von Vorteil?
Öffentliche Bauten und Urbanistik sind sehr technische Fachgebiete. Die Meinungs- und Entscheidungsfindungen werden in verschiedenen Gremien getroffen. Dabei sind Fachkenntnisse natürlich von Vorteil, aber leider nicht immer ausschlaggebend. Ich bin überzeugt, dass meine Fachkompetenz wesentlich zum besseren Gelingen komplexer Projekte Merans beigetragen hat. Aber auch in meinem normalen „Tagesgeschäft“ als Stadträtin ist mein Fachwissen ein großer Vorteil.

Viele Projekte wurden in den vergangenen Jahren umgesetzt, welche lagen Ihnen besonders am Herzen?
Der Ensembleschutz gehört sicher zu meinen persönlichen Erfolgen, weil ich dafür sehr viel „Herzblut“ investiert habe. Projekte, an deren Umsetzung ich sehr viel gearbeitet habe und die mir sehr am Herzen liegen, sind die Grundschule „Albert Schweitzer“ samt Musikschule, der Combi-Sportplatz, die Fußgängerbrücke und die Errichtung der Kindergärten. Die bessere Koordination der Arbeiten auf den Straßen, sowie die Erstellung eines Masterplanes der Radmobilität und die Gestaltung der öffentlichen Räume waren mir ebenfalls ein sehr großes Anliegen.

Zum Teil haben Projekte, vor allem jene im öffentlichen Raum, auch Polemiken und Kritik hervor gerufen, wie zum Beispiel der Brunnenplatz und der Sandplatz. Wie gehen Sie mit dieser Kritik um?
Mir ist bewusst, dass diese Projekte die Meinungen sehr geteilt haben. Allerdings ist mir auch bewusst, dass man gerade in diesem Bereich nie einen gemeinsamen Nenner in der Meinungsbildung finden kann. Die Polemik um den Brunnenplatz bezieht sich vor allem auf das neu errichtete Gebäude am Platz und zu recht vielleicht auf einen etwas zu klein geratenen Brunnen. Ich bin jedoch überzeugt, dass die Gestaltung - im Gesamten gesehen - gelungen ist und die Obermaiser diese auch annehmen. So haben zum Beispiel die Cafés rund um den Platz eine große Aufwertung erfahren und diese erhöhte Besucherfrequenz trägt wesentlich zur Belebung des Brunnenplatzes bei – was schließlich als Qualitätsmerkmal eines Platzes gilt.

Die Diskussion um die Gestaltung des Sandplatzes ist eine ähnliche. Das Projekt stammt von einem namhaften Architekten, der sich während seiner Karriere intensiv mit Platzgestaltungen beschäftigt hat und ich bin der Meinung, dass sich das Ergebnis sehen lassen kann, auch wenn Verbesserungen an den Mauern noch zu machen sind. Neue öffentliche Räume müssen bewohnt und benutzt werden, die Zeit muss ihre Spuren hinterlassen haben, Ereignisse müssen den Ort beschreiben, erst dann werden diese Räume ein Stück Stadt.

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