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  3. Makuladegeneration und Grauer Star
Lesezeit: 1 min

Makuladegeneration und Grauer Star

Im Frühling 2017 von Dr. Andreas Pichler

Dieser Artikel erschien vor 9 Jahren im Meraner Stadtanzeiger und ist unter Umständen nicht mehr ganz aktuell

Die Makuladegeneration und der Graue Star sind weltweit die häufigsten Erblindungsursachen. In den industrialisierten Ländern erblindet man häufiger an der Makuladegeneration, in den Entwicklungsländern häufiger am Grauen Star.

Beide Erkrankungen treten in der Regel im fortgeschrittenen Alter auf und nicht allzu selten gemeinsam.

Der Begriff Makuladegeneration bezeichnet allgemein eine Erkrankung der für das Sehen so wichtigen zentralen Netzhaut (lat. macula). Dies hat je nach Ausprägungsgrad vor allem eine Beeinträchtigung der Lesefähigkeit zur Folge. Eine komplette Erblindung ist sehr unwahrscheinlich, da in der Regel die periphere Netzhaut intakt bleibt.

Beim Grauen Star kommt es zu einer zunehmenden Eintrübung der Augenlinse. Hier wiederum kann es je nach Erscheinungsform tatsächlich zu einer totalen Erblindung kommen.

Im Alter treten beide Erkrankungen, wie bereits erwähnt, auch simultan auf, und es stellt sich die Frage, welche zuerst und ob überhaupt behandelt werden soll. Es kursiert nach wie vor der Irrglaube, dass sich die Operation des Grauen Stars bei Vorliegen einer Makuladegeneration verbietet, weil dies zu einer Verschlechterung der zweiteren führen würde. Oft wird dieser Eindruck erweckt, weil die Makuladegeneration heute in vielen Fällen zwar behandelbar ist, aber meistens keine Heilung erfolgt, sondern der Prozess nur verlangsamt wird. Wird nun die Operation des Grauen Stars durchgeführt und kommt es unabhängig davon zu einer Verschlechterung der Netzhaut, so weiß man inzwischen, dass dabei kein direkter Zusammenhang bestehen muss. Wissenschaftliche statistische Analysen haben ergeben, dass das Fortschreiten der Makuladegeneration auch ohne katarakt-chirurgischen Eingriff stattfindet.

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